Doppelschliesszylinder

Was ist ein Doppelschließzylinder?

Allgemeines über Schließzylinder

Ein Schließzylinder ist ein drehbar gelagertes Metallteil im Gehäuse eines Zylinderschlosses. Im ovalen Teil des Gehäuses befinden sich 4 zylindrische Bohrungen, deren Achsen senkrecht zur Drehachse des Schließzylinders angeordnet sind. In jeder Bohrung sitzt ein zylindrischer Stift, welcher durch eine kleine Druckfeder in Richtung Schließzylinder gedrückt wird. Der Schließzylinder hat ebenfalls 4 zylindrische Bohrungen, welche im gesperrten Zustand des Zylinderschlosses koaxial zu den 4 Gehäusebohrungen stehen. In jeder Bohrung des Schließzylinders befindet sich ebenfalls ein zylindrischer Stift, welcher im abgesperrten Zustand mit dem Stift aus dem Gehäuse Berührungskontakt hat. Die Länge der Stifte ist so gewählt, dass im abgesperrten Zustand alle 4 Gehäusestifte noch in die 4 Bohrungen des Schließzylinders hineinragen. Die 4 Druckfedern drücken die Gehäusestifte samt den Stiften des Schließzylinders in die Anschlagposition. Der Schließzylinder kann sich nicht verdrehen.

Funktion des Schlüssels

Der Schlüssel hat eine mechanische Codierung in Form von 4 verschieden tiefen Kerben und dazwischen 4 ebenfalls verschieden hohen Erhebungen. Wird der Schlüssel in den Schließzylinder eingesteckt, so drücken die Erhebungen des Schlüssels die Stifte des Zylinders samt den Stiften des Gehäuses gegen den Federdruck in Richtung Gehäuse. Wenn der Schlüssel bis zum Anschlag in den Schließzylinder eingesteckt ist, stehen die Enden der Schließzylinderstifte genau bündig am Außendurchmesser des Schließzylinders. In dieser Stellung kann der Schlüssel und mit ihm der gesamte Schließzylinder gedreht werden. Das Schloss wird so entriegelt, und die Tür kann geöffnet werden.

Besonderheit des Doppelschließzylinders

Der Doppelschließzylinder hat in seinem Gehäuse 2 koaxial angeordnete Schließzylinder und in der Mitte den Schließbart, welcher die Tür ver- und entriegelt. Dieser Schließbart kann nun wahlweise von außen oder auch von innen mit dem Schlüssel betätigt werden. Die Funktion des Doppelschließzylinders ist auch dann gewährleistet, wenn innen noch der Schlüssel steckt. Man kann dann in einer solchen Situation immer noch von außen mit dem Schlüssel die Tür öffnen.

Moderne Doppelschließzylinder mit mehr Stiftzuhaltungen

Moderne Schlösser haben Doppelschließyzlinder mit 9 gefederten Stiftzuhaltungen pro Schließzylinderseite und zusätzlich noch eine Sperrleistenzuhaltung. Die Schlüsselführung ist bei solchen Schließsystemen horizontal und beinhaltet ein Wendeschlüsselsystem. Dies bedeutet, dass der Schlüssel immer waagerecht eingesteckt wird, wobei man nicht darauf achten muss, welche Schlüsselseite sich gerade oben befindet. Der Schlüssel kann auch um 180° gedreht und dann in den Schließzylinder eingesteckt werden. Die Schlüsselfunktion ist in jeder Lage gewährleistet.

Auch bei diesen Doppelschließzylindern kann der Schließbart, welcher die eigentliche Ver- und Entriegelung auslöst, von außen und auch von innen betätigt werden. Selbst, wenn ein Schlüssel von innen steckt, kann man von außen immer noch mit einem zweiten Schlüssel die Tür entriegeln und öffnen.

Klassifizierung von Schließzylindern für Schlösser nach DIN EN 1303: 2005

Schließzylinder für Schlösser werden nach DIN EN 1303: 2005 nach ganz bestimmten Kriterien und Merkmalen in einem 8-stelligen Klassifizierungsschlüssel klassifiziert:

  • Pos. 1 Gebrauchsklasse
  • Pos. 2 Dauerhaftigkeit
  • Pos. 3 Türmasse
  • Pos. 4 Feuerwiderstand
  • Pos. 5 Betriebssicherheit
  • Pos. 6 Korrosionsbeständigkeit und Temperatur
  • Pos. 7 Verschlusssicherheit
  • Pos. 8 Angriffswiderstand

Fazit

Die Anwendung von Doppelschließzylindern ist heute die am meisten verwendete Art von Zylinderschlössern. Der große Vorteil besteht darin, dass eine verriegelte Tür von außen auch dann noch aufgeschlossen werden kann, wenn innen noch der Schlüssel steckengelassen wurde.

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